» » » » Baslerstab vom 9. Juni 2005 » » » » » » » » » » » » » » » » » » » » » » » » »

Satu Blanc - Historikerin und Schauspielerin


Maria sucht in Basel Liebe


Um Geschichte zu vermitteln, schlüpft die Historikerin selber in Kostüme.

Wenn eine die geheimen Orte der Liebe kennt, dann ist es Maria. Sie hat halt so ihre Beziehungen… und deshalb auch Schlüssel zu gewissen Plätzen in Basel, die längst nicht jedermann zugänglich sind.

«Zu viel soll gar nicht verraten werden», bremst sich Satu Blanc, wenn sie begeistert von der neuen ex/ex-Theater-Produktion erzählt. Die Historikerin schlüpft für den neuen Stadtrundgang in die Rolle der Tänzerin Maria.

Eigentlich sollte Maria beim Standesamt auf ihren Freund treffen, der sie heiraten möchte. Doch die Chaotin ist, wie immer, zu spät und hat jetzt Zeit, sich das mit der Hochzeit gut zu überlegen. Warum noch heiraten heutzutage? Und überhaupt: Wie ist das so mit der Liebe? Und vor allem: Wie war es früher? Die etwas schwatzhafte Maria weiss von nicht wenigen Vernunftehen in Basel zu berichten, aus denen Grosses entstanden ist. So wie das Münster, das von Kunigunde und Heinrich gestiftet wurde.

Liebe besiegelt Schicksale

Und wie war das mit Iris und Peter von Roten, der Feministin und dem Katholiken? Oder Rosa Luxemburg, Meta von Salis und Hermann Hesse? Und was wäre der FCB ohne Gigi Oeri? Auch wenn Basel bis jetzt nicht als Stadt der Liebe bekannt ist, hat sie auch hier Schicksale besiegelt, Kultur, Politik, Wirtschaft und Sport beeinflusst.

Der Liebe begegnet auch Satu Blanc täglich: Sei es in ihrer langjährigen Beziehung, in der Literatur oder in Gesprächen mit Freundinnen: «Über was redet man mit Freundinnen am allermeisten?», fragt Satu Blanc lächelnd. «Natürlich über die Liebe. Vor allem in schlechten Zeiten.» Und für jemanden treffe das mit den schlechten Zeiten halt immer zu.

Sinnlich-spielerische Art

Die 36-Jährige ist ab heute bis November jeden Dienstag und Donnerstag in Sachen Liebe unterwegs. Schon immer wusste sie, dass sie keine Wissenschaftlerin ist: «Geschichte will ich lieber auf sinnlich-spielerische Art vermitteln.»

So hat sie während drei Jahren als Gräfin Sophia im mittelalterlichen Kostüm durch Schloss Lenzburg geführt. Auch das Museum Baselland und das historische Museum Basel haben sie engagiert. Bald will Satu Blanc, die auf der Märlibühne im Fauteuil ihre ersten schaupielerischen Erfahrungen machte, auch wieder als Magd Johanna aus dem Mittelalter in Basel berichten.

 

Regula Wenger

 

«Wo die Liebe hinfällt», Konzept und Recherche: Barbara Rettenmund und Satu Blanc; Textbuch und Regie: Christine Ahlborn. Reservation erforderlich unter Tel. 061 261 47 50 oder liebe@exex.ch/www.exex.ch. Infos über «Wohin so eilig, Johanna?» unter
www.satublanc.ch